Gastbeitrag: Wally

Im Englisch-Blog will ich heute die Gelegenheit nutzen, eine in England weit verbreitete Bezeichnung für Zeitgenossen, die sich ausnehmend dumm verhalten, vorzustellen.

Machen wir dazu eine Zeitreise in die 70er Jahre und in die englischen Fish & Chips Buden, in denen es damals noch die Ware in Tageszeitungspapier (das von letzter Woche) eingewickelt gab (heute gibt es die fettige Delikatesse nur noch in neutralem unbedrucktem Papier).
Damals bekam man in diesen Buden auch eingelegte Gewürzgürkchen („gherkin“ oder auch „pickled cucumber“), die im Alltagsenglisch als „Wally“ bezeichnet wurden.
Solch ein Wally war recht klein und hatte Ähnlichkeit mit dem männlichen Geschlechtsteil. Natürlich ist Wally auch die Verkleinerungsform („diminutive“) von Walter und Wallace.
Ob dies nun tatsächlich der Ursprung der heutigen Bedeutung von „wally“ ist, sei offen gelassen.
Offen bleibt auch, ob das heutige „wally“ mit der seit den 80er Jahren in England sehr beliebten Kinderbuchfigur aus den „Where’s Wally?“ Büchern, zu tun hat. Dort musste man in den Illustrationen, den gut versteckten kleinen Kerl mit dem rot-weiß gestreiften Pullover und Bommelmütze („booble hat“) suchen.

Wenn man heutzutage „he’s such a wally“ oder „what a wally“ sagt, weiß jeder Engländer was gemeint ist. Trottel, Blödmann, Idiot, Doofie! – wally!

Ab und zu macht es auch mal Spaß in die kleinen Comicstrips von Wally and Osborne, einem Eisbär und einen Pinguin, hineinzuschauen. Und was heißt Eisbär auf Englisch? Gut überlegen – don’t be a wally.

Thomas Althaus – Sprachfetzen-Blog

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Nach den Besuchen des hektischen Magic Roundabout und des Kennet & Avon Canal geht es jetzt endlich wieder zurück Richtung Islay in Schottland. Genau genommen ist dieser Eintrag entweder einen Monat zu spät oder 11 Monate zu früh, aber leider habe ich das Video zum Eintrag erst sehr kurz vor meiner Abfahrt zu einem weiteren Islaybesuch fertigbekommen. Der war zumindest teilweise durch das heutige Thema bedingt:

Geese, oder genauer Barnacle Geese (Gänse, bzw Weißwangengänse). Geese ist dabei die Mehrzahl, die Einzahl ist goose. Gänse an sich sind vielleicht nicht so spannend, aber 40,000 davon sind schon ein beeindruckendes Schauspiel. Anfang bis Mitte Oktober kommen diese vom Osten Greenlands (Groenlands) nach Islay um dort zu überwintern. Sie bleiben dort bis Mitte April bevor sie wieder nach Grönland zurückkehren zum breeding, zum Brüten und Aufziehen des Nachwuchses.

Den Tag verbringen die Gänse hauptsächlich mit fressen, fressen von sehr viel Gras. Etwas mit dem die Bauern nicht unbedingt glücklich sind (weniger Futter für ihre Kühe und Schafe), daher bekommen die Bauern für den Verlust compensation, also Entschädigung. Diese ist von der Anzahl der Gänse abhängig die auf ihrem Land fressen, deshalb gibt es regelmäßige geese counts, ‘Gänsezählungen’.

Schon am Tag kann das Beobachten der Gruppen von Gänsen in den Feldern beeindruckend sein, das eigentliche Spektakel findet aber hauptsächlich zu Sonnenuntergang statt: Die Gänse sammeln sich dann to roost, etwas was man vielleicht locker mit ‘zum Übernachten’ übersetzen kann. Zum Sonnenuntergang kommen die Gänse von der ganzen Insel an den zwei sea lochs auf Islay (Loch Indaal und Loch Gruinart) zusammen. Hier vielleicht eine kleine Exkursion zum Wort loch:

Das Wort loch kann zwei Bedeutungen haben: Zum einen kann es ein (Binnen-)See sein, kleine Seen werden auch teilweise als lochan bezeichnet. Zum anderen kann es eine (normalerweise grosse) Meeresbucht oder auch ein Fjord sein, in dem Fall wird sie als sea loch bezeichnet. Allerdings gibt es auch noch den firth (z.B. Firth of Forth oder Firth of Clyde), vielleicht am ehesten mit Förde zu übersetzen.

Aber zurück zum roost: Erst sind es nur kleine flocks (Schwärme) von Gänsen, dann werden es immer mehr bis dann der Himmel fast schwarz vor Gänsen ist. Diese lassen sich dann in den seichten Gegenden der sea lochs nieder, normalerweise am Ende, um dort die Nacht zu verbringen. Bevor sie sich endgültig niederlassen fliegen sie meistens noch mehrmals auf, ein sehr lautstarker Vorgang bei Tausenden von Gänsen. Das ganze dauert vielleicht eine knappe Stunde, dann ist es auch zu dunkel um etwas zu sehen.

Die beste Zeit diese Spektakel zu beobachten ist meines Erachtens Mitte bis Ende Oktober (inzwischen ein regelmäßiger Besuchszeitpunkt für mich), womit wir wieder beim Ausgangspunkt des Artikels angekommen wären.

Armin Grewe

Hallo liebe Leser des Englisch-Blog! Hier “spricht” ausnahmsweise nicht Markus, sondern ein Wesen von außerhalb. Mein Name ist Julia und ich schreibe normalerweise auf 49 Suns. Im vorletzten Monat war ich in Urlaub und Markus war so freundlich einen Gastbeitrag als Vertretung beizusteuern. Dies hier ist sozusagen das Gegenstück.

Dies hier ist nicht der einzige Gastbeitrag, den ich schreibe und so habe ich das als Beitragsreihe angelegt. Es geht um die britische TV-Serie Doctor Who, die von 1963-1989 und seit 2005 wieder bei der BBC lief/läuft. 1996 gab es einen TV-Film, der Thema des heutigen Beitrags ist. In Deutschland ist die Serie fast unbekannt und hat erst Recht nicht den Kultstatus, den sie auf der Insel genießt. Mit meiner Beitragsserie möchte ich das zumindest im Kleinen ändern. Es sollte nicht nötig sein, die anderen Beiträge zu kennen, aber ich empfehle natürlich beim ersten anzufangen und dann den Links zu folgen. Alle Beiträge auf einen Blick habe ich bei mir verlinkt.

Natürlich wird das Englisch Lernen nicht zu kurz kommen und neben einigen Hintergründen zum Film und den Unterschieden zur Serie, werden wir ein sehr vielseitiges englisches Wort kennen lernen.

Worum geht es überhaupt

TARDISDie Hauptfigur ist der namenlose Doctor, der in seiner TARDIS (Time and Relative Dimension(s) in Space) durch Raum und Zeit reist, welche wie eine blaue Polizeizelle aussieht (siehe Bild) und innen größer als außen ist. Die Serie verband Elemente aus Sci-Fi, Drama, Action und Abenteuer und war auf die ganze Familie ausgerichtet. Da Raum und Zeit fast beliebig bereist werden konnten, landen der Doktor und seine Companions auf fremden Planeten, in längst vergangenen Zeiten oder einer fernen Zukunft.

Der Doktor selber ist ein Time Lord vom Planeten Gallifrey und kann sich bis zu zwölf Mal regenerieren, d.h. einen neuen Körper bekommen. Ursprünglich hat man sich diesen Trick ausgedacht, um die Serie mit einem anderen Schauspieler fortführen zu können, doch mittlerweile ist es fester Bestandteil des Kanons. In seiner achten Inkarnation wurde der Doktor von Paul McGann gespielt. Bzw. wird, denn in der Hörbuch-Reihe ist gerade die dritte Staffel beendet worden und eine vierte wird noch dieses Jahr starten.

Von der Serie zum Film

Der achte DoktorDie Serie wurde 1989 nach 26 Staffeln beendet und lange Zeit sah es so aus, als ob die Fans keine neuen Geschichten auf dem Bildschirm erleben durften. Rettung nahte aus den USA, wo man einen Film fürs Fernsehen produzierte und 1996 in den USA und kurz danach in GB ausstrahlte. Da es sich um eine amerikanische Produktion handelte, waren Änderungen vorprogrammiert, aber zum Glück blieb der Doktor Brite, nachdem Tom Hanks, Harrison Ford und Jim Carrey die Rolle abgelehnt hatten (siehe Doctor Who Wiki).

Die Filmemacher hatten die schwierige Aufgabe, ein komplexes Thema mit langer Vorgeschichte und typisch britischen Elementen in anderthalb Stunden Unterhaltung für Amerikaner zu packen. Das Ergebnis war ein Mischmasch, der Uneingeweihte verwirrte und “Whovians” vergraulte.

Mir hat der Film während des Anschauens überhaupt nicht gefallen, weil mir die unnötig gravierenden Änderungen zu sehr aufgefallen sind. Die Amerikanisierung ist extrem und äußert sich in einer Romanze (inkl. Kuss!), wilden Verfolgungsjagden und einem Finale, das eher nach Lara Croft oder Die Mumie aussah als nach dem guten alten Doctor Who. Auch der Erzfeind The Master (gespielt von Eric Roberts) ist eher Terminator als distinguierter, englischer Gentleman.

Im Nachhinein betrachtet war es nicht so schlimm und es gab einige Details, die aus der Serie übernommen wurden, wie z.B. Jelly Babies und die Cloister Bell. Die TARDIS wurde im Laufe der Jahre öfter mal umgestaltet, doch nie wurde aus dem hellen, futuristischen Raumschiff ein mittelalterliches Schloss, wie Screenshots vom dritten, fünften und achten Doktor zeigen:

Tardis des 3., 5. und 8. Doktors

Als alleinstehender TV-Film ist The Enemy Within (inoffizieller Titel) sinnlos und qualitativ unterdurchschnittlich, hat aber als Brücke zwischen der alten Serie und der neuen, die seit 2005 läuft, seine Berechtigung. Immerhin ist der achte Doktor anerkannter Teil des Kanons. Das Problem der Kanonizität, d.h. welche Ereignisse als geschehen gelten, ist bei Doctor Who mehr als kompliziert durch die vielen Bücher und Hörspiele. Interessierte seien auf diesen Artikel von Paul Cornell verwiesen, der selber einige Romane, Hörspiele, Comics und Drehbücher geschrieben hat.

mean: ein Wort mit fieser, durchschnittlicher und geringer Bedeutung

Kommen wir endlich zum eigentlichen Thema! Das Schauen von fremdsprachigen Filmen hilft beim Lernen und ganz besonders effektiv ist es mit Untertiteln (Studie via SpOn). Auf meinem Blog stelle ich öfter Beispiele vor und für heute habe ich das Wörtchen mean ausgesucht.

Wie die lange Liste bei LEO zeigt, können diese vier Buchstaben eine ganze Menge bedeuten, als Verb z.B. bedeuten wie im folgenden Satz aus dem Eröffnungsdialog:

The Time Lord has 13 lives and the Master had used all of his. But rules had never meant much to him.

Die Vergangenheitsform von mean (gesprochen mien) ist also meant (gesprochen: männt) und damit unregelmäßig. Im nächsten Beispiel sehen wir, dass die Verwandtschaft zum deutschen meinen gerechtfertigt ist. Hier geht es um einen Streit zwischen Chef und Angestellter:

No. If you do this I’ll quit. – You don’t mean that.

Eine Stolperfalle bietet das Substantiv meaning, das nur mit Bedeutung/Sinn übersetzt wird und nicht mit Meinung (= opinion/view).

Wie schon in der Unterüberschrift angedeutet, hat das Adjektiv einige Übersetzungen und kann z.B. gemein/fies/niederträchtig, gering/unbedeutend/erbärmlich oder geizig/knauserig heißen. Die genaue Bedeutung sollte aus dem Zusammenhang klar sein.

Des Weiteren spielt mean in der Mathematik eine wichtige Rolle als Durchschnitt/arithmetisches Mittel. In dieser Bedeutung kommt es auch in Greenwich Mean Time vor, der mittleren Sonnenzeit am Nullmeridian. Da der Film in San Franscico spielt, kommt dort die (erfundene) San Francisco Mean Time vor:

San Francisco Mean Time

Findige Leser mögen einmal versuchen, möglichst viele Bedeutungen von mean in einem Satz unterzubringen.

Ich meine, dass dieser Beitrag schon lang genug ist und wer mehr über Doctor Who erfahren möchte, der sei auf den nächsten Gastbeitrag bei Konna verwiesen, wo ich eine Einführung in die 2005er-Serie geben werde.

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Bevor es wieder Richtung Norden nach Schottland geht bleiben wir für diesen Eintrag noch einmal im Süden Englands. Nach dem eher hektischen Magic Roundabout heute ein etwas geruhsameres Fortbewegungsmittel, das Kanalboot. Damit verbunden dann natürlich auch der Kanal:

Fangen wir mit dem Kanal an, der heisst im Englischen canal. Zumindest wenn er von Menschen für die Schiffahrt oder Bewässerung gebaut worden ist, ansonsten wird er auch schon mal als channel bezeichnet (Der Ärmelkanal heisst English Channel oder einfach The Channel, der Bristolkanal heisst Bristol Channel). Einer der bekanntesten ist der Kennet and Avon Canal, der die Thames in Reading (was nicht wie reading im Sinne von ‘lesen’ ausgesprochen wird, sondern eher wie Redding) im Osten mit Bristol im Westen verbindet. Ursprünglich für den Frachtverkehr gebaut wurde er über die Zeit erst durch die Eisenbahn und später die Autobahn ersetzt und dient heutzutage eigentlich nur noch der Erholung.

An eben jenem Kanal liegt Aldermaston Wharf wo ich wohne (Meine Wohnung ist in dem Haus das Ihr in dem Video von 0:33 min bis 0:35 min auf der rechten Seite sehen koennt). Ein wharf ist ein Anlegeplatz oder ein Kai für Schiffe, insbesondere zum Warenumschlag. In Aldermaston Wharf findet sich auch Aldermaston Lock, wobei ein lock in diesem Fall eine Schleuse ist. An jedem Ende der (lock) chamber (Schleusenkammer) befindet sich ein gate (Schleusentor). Die Tore sind so konstruiert dass sie durch den Wasserdruck zugedrückt werden, sofern auf beiden Seiten ein unterschiedlicher Wasserspiegel besteht. Durch sogenannte paddles (Schieber) in den Toren wird dann Wasser ein- bzw ausgelassen, um den Wasserspiegel in der Schleuse zu heben bzw. zu senken. Inzwischen sind sie von modernen Pumpen ersetzt worden, aber früher wurde der Wasserspiegel im Kanalsystem von pumping stations wie die Crofton Pumping Station aufrecht erhalten.

Auf dem Kanal kann man sich mit verschiedenen Booten bewegen: Kayaks oder canoes (Kajaks oder Kanus) sind beliebt, einfach nur zur Erholung oder auch für canoe races auf dem Kanal. Für längere Urlaube oder sogar zum Wohnen sind die sogenannten narrow boat (auch narrowboat) beliebt. Ursprünglich für den Frachttransport auf den engen Kanälen entwickelt wurden viele alte Boote zu Wohn- und Freizeitbooten umgebaut, gleichzeitig werden neue Boote im traditionellen Design gebaut. Diese Boote sind maximal 7 feet (2.13 m) breit, bedingt durch die Breite der Schleusen. Die maximale Länge beträgt ungefähr 72 feet (22 m), wiederum bedingt durch die Länge der Schleusen, allerdings sind die meisten Boote kürzer als dies.

Entlang des Kanals zieht sich der sogenannte towpath (Leinpfad oder Treidelpfad), ursprünglich dazu gebaut Schiffe mit Menschen- oder Tierkraft (hauptsächlich Pferdekraft) zu ziehen. Mit der Einführung von Maschinen wurde dies überflüssig, heutzutage werden die Pfade von Fussgängern, Wanderern und Radfahrern benutzt. Oder auch von Joggern, ich gehe jeden morgen entlang des Kanals laufen.

Armin Grewe

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In meinem ersten Gastbeitrag im Englisch-Blog hatte ich Euch noch nach Islay in Schottland entführt. Heute fahren wir etwas weiter südlich, und zwar nach Swindon in Wiltshire im Südwesten Englands. Dort habe ich lange Jahre gelebt und gearbeitet und bin mindestens einmal die Woche dem Thema des heutigen Eintrags begegnet. Es geht um roundabouts im allgemeinen und den Magic Roundabout im speziellen.

Der Alptraum vieler Autofahrer vom Kontinent die den Linksverkehr nicht gewohnt sind ist der gemeine roundabout, oder auch Kreisel bzw. Kreisverkehr auf Deutsch (im Amerikanischen werden roundabouts auch oft als rotaries oder als traffic circles bezeichnet). Es gibt ihn in verschiedenen Varianten, vom mini-roundabout bei dem eigentlich nur ein Kreis auf die Straße gemalt wird bis zu riesigen Konstruktionen einschließlich der Magic Roundabouts.

Das Prinzip ist im Grunde einfach: Fahrzeuge innerhalb eines roundabouts haben das “right of way”, also Vorfahrt. Fahrzeuge die in den roundabout einfahren wollen “give way (yield) to” Fahrzeugen im roundabout, gewähren also Vorfahrt. Bei mehrspurigen roundabouts sollte man sich rechtzeitig einordnen. Will man die erste Ausfahrt wieder abfahren, wählt man die äußere Spur, will man erst die zweite oder sogar dritte Ausfahrt wieder abfahren, nimmt man normalerweise die innere Spur.

Eine Sonderform des roundabouts ist jetzt der Magic Roundabout, den Ihr oben im Video sehen könnt. Bei ihm werden mehrere mini-roundabouts im Kreis angeordnet, gewissermassen um einen großen roundabout der dadurch “gegenläufig” ist. Hört sich kompliziert an, ist es aber eigentlich gar nicht. Innerhalb jedes roundabouts gelten die normalen Regeln, wenn man sich dementsprechend verhält, ist es überhaupt kein Problem über den Magic Roundabout zu fahren. Auch wenn es kaum einer glaubt, es gibt weitaus weniger Unfälle als auf Kreuzungen vergleichbarer Grösse, was natürlich auch daran liegen kann dass die Fahrer hier einfach vorsichtiger fahren.

Wer noch mehr sehen und lesen will (auf Englisch) kann dies auch auf meiner Magic Roundabout Seite tun, dort gibt es auch ein 360° Panorama vom zentralen Kreisel aus. Ich wünsche Euch viel Spass bei dem Video (das bitte nicht ganz ernst genommen werden sollte…), beim nächsten Eintrag geht es entweder mal wieder nach Schottland oder vielleicht auch mal auf einen Kanal in England. Wünsche können in den Kommentaren geäussert werden.

Armin Grewe

Der Einladung vom Markus folgend kläre ich heute ein paar geläufige englische Rechtsberufe, die dauernd in Büchern oder Filmen auftauchen und nicht direkt übersetzt werden können. Das englische Rechtssystem hat eine lange Tradition, unterlag zuletzt vielen Reformen und entwickelte sich auch noch auf unterschiedlichen Kontinenten fort. Daher ist es mit einer simplen Berufsbezeichnung wie „Rechtsanwalt” nicht getan. Noch übersichtlich sind die Begriffe “client”, also Mandant und “judge” was Richter heißt. Bei anderen Personen, im “court”, d.h. im Gerichtssaal, wird es komplizierter.

Lawyer” ist ein Sammelbegriff für alle Personen, die in irgendeiner Form Rechtsberatung ausüben. Seine Reichweite ist unterschiedlich, aber in der Regel umfasst er nur “solicitors”, “barristers” und “attorneys”.

Ein “solicitor” ist ein Rechtsanwalt, der traditionell allgemeine Rechtsberatung leistete und nicht vor Gericht auftreten durfte. War der Fall anspruchsvoller und verlangte einen Spezialisten ließ sich der “solicitor” von einem “barrister” beraten. Dieser war auch nötig, wenn der Fall vor Gericht verhandelt werden sollte. Umgekehrt brauchte der barrister einen “solicitor”, weil er selbst keine Mandanten beraten durfte. Insgesamt war der “barrister” aber höher gestellt und angesehener als der “solicitor”. In Schottland ticken die Uhren wieder etwas anders und so werden dort “barristers” “advocates” genannt.

"The Bar" im High Court in Auckland/Neuseeland.

"The Bar" im High Court in Auckland/Neuseeland.

Der Begriff “barrister” kommt von „the bar“, einer hüfthohen Wand zwischen dem Bereich, in dem das Publikum sitzt und dem Bereich, wo die am Gerichtsverfahren beteiligten Personen agieren. In Deutschland habe ich so eine Absperrung noch nicht gesehen und auch in englischen sowie amerikanischen Gerichten verschwindet sie zunehmend und existiert nur noch symbolisch. Weiter existiert der Begriff in „the bar exam”, was in etwa der zweiten juristischen Staatsexamen entspricht und von dem „call to the bar“, also die Zulassung vor Gericht auftreten zu dürfen, gefolgt wird.

Und wo wir schon „at the bar” sind, was soviel wie „vor Gericht” heißt, können wir uns weiter umschauen. Für den Bereich wo die Richter sitzen gibt es nämlich auch einen Begriff, der “the bench“, d.h. die (Richter)-Bank heißt. Auch dieser Begriff wird oft als Synonym für „das Gericht” verwendet. Man kann also „the bench decided …” sagen.

Heutzutage hat (bis auf Ausnahmen wie Schottland) ein “solicitor” sehr ähnliche Rechte wie der “barrister” und umgekehrt. Dennoch blieben die alten Berufsbezeichnungen erhalten und so nennen sich allgemein praktizierende Rechtsanwälte weiterhin “solicitors” und die Spezialisten “barristers”. Auch deutet “barrister” darauf hin, dass ein Rechtsanwalt in der Prozessführung vor Gericht besonders geübt ist und vor höheren Gerichten auftreten darf. In Australien und hier in Neuseeland wurden die beiden Berufsgruppen „fused”, d.h. vereinigt und so nennen sich die hiesigen Rechtsanwälte „barrister and solicitor”.

In den USA wird es wieder etwas einfacher, denn der dort tätige Rechtsanwalt nennt sich “attorney at law” oder kurz “attorney”. Eine Trennung zwischen barrister and solicitor gibt es nicht.

Wenn ein Rechtsanwalt einen Mandanten berät, nennt man ihn auch ein “legal counsel” oder “counsel at law”, was keine Berufs- sondern eine Funktionsbezeichnung ist und soviel wie Rechtsbeistand heißt.

Neben den Rechtsanwälten gibt es noch die “legal executives” oder im amerikanischen Bereich die “paralegals“. Das sind Personen, die nur Aufsicht eines Rechtsanwalts Rechtsberatung leisten dürfen und ihm in der Regel zuarbeiten.

So, ich hoffe nun John Grisham Leser und die Fans englischer Krimis (wie mir) das Leben etwas erleichtert zu haben. Fragt aber keinen “barista” nach einer Rechtsberatung, denn dieser kann Euch nur einen guten Kaffee ausschenken. :)

Thomas Schwenke ist Rechtsanwalt für Onlinerecht & Blogger auf Advisign.de. Derzeit bildet er sich in Neuseeland im Copyright fort und bloggt von dort aus im Kiwispotting-Blog.

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Neulich fragte mich Markus, ob ich Interesse daran hätte, einen Gastbeitrag auf dem Englisch-Blog zu schreiben, vielleicht sogar über Islay. Das liegt ja nahe, schließlich blogge ich täglich über die Isle of Islay in Schottland. Aber irgendwie brauchte das ganze wie ich fand auch einen Bezug zum Englisch-Blog, also musste ich mir etwas überlegen. So langsam kamen mir dann auch die ersten Ideen:

Fangen wir mit dem Namen an: Islay. Der Name Islay ist die Englische Version des Gälischen Namens, Ile. Bei der Aussprache bleiben das S und weitgehend das Y stumm, also ‘eye-la’ (oder auch ‘eye-lah’). Wer das gemeistert hat kann sich dann an die vielen schönen Orts- und Whiskynamen mit gälischem Ursprung wagen, wie unter anderem Bunnahabhain, Bruichladdich, Laphroaig oder Kilchoman.

Womit wir beim nächsten Thema wären: Whisky. Whiskykennern wird Islay ein Begriff sein, Islay hat schliesslich acht Distillerien mit Ardbeg, Lagavulin, Laphroaig, Bowmore, Bruichladdich, Kilchoman, Caol Ila und Bunnahabhain. Fangen wir mit dem Wort Whisky an: Schottischer Whisky wird normalerweise Whisky geschrieben. Verlassen wir Schottland und gehen nach Irland oder in die USA ändert sich die Schreibweise in Whiskey. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Whisky wird natürlich irgendwann auch getrunken, da wird man oft über den Begriff ‘a wee dram’ stolpern. Das Wort ‘wee’ ist vor allem Schottisches Englisch, aber auch im Norden Englands wird es benutzt. Es bedeutet so viel wie ‘klein’, also wie ‘small’ oder ‘little’. Ein ‘dram’ ist eine kleine Menge eines alkoholischen Getränkes, insbesondere Whisky. Wenn einem also ‘a wee dram’ angeboten wird, handelt es sich in der Regel um ‘ein Gläschen Whisky’.

Aber auf Islay (und der Nachbarinsel Jura) gibt es natürlich noch viel mehr als nur Whisky. Man kann wunderschön wandern, es gibt tolle Strände und insbesondere wer sich für Vögel interessiert wird auf Islay nicht zu kurz kommen (Stichwort: birdwatching). Das alles würde allerdings den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wenn Ihr ganz lieb in den Kommentaren bittet und Markus dazu bereit ist, schreibe ich aber gerne einen Folgebeitrag.

Wer nicht bis dahin warten will, mehr Islay von mir gibt’s auf IslayBlog.com, täglich ein neues Bild auf dem Islay Pictures PhotoBlog und weitere Informationen auf meinen Isle of Islay Seiten. Die sind allerdings alle in Englisch, vielleicht eine gute Übung vor dem (ersten?) Besuch von Islay?

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