Hallo liebe Leser des Englisch-Blog! Hier “spricht” ausnahmsweise nicht Markus, sondern ein Wesen von außerhalb. Mein Name ist Julia und ich schreibe normalerweise auf 49 Suns. Im vorletzten Monat war ich in Urlaub und Markus war so freundlich einen Gastbeitrag als Vertretung beizusteuern. Dies hier ist sozusagen das Gegenstück.
Dies hier ist nicht der einzige Gastbeitrag, den ich schreibe und so habe ich das als Beitragsreihe angelegt. Es geht um die britische TV-Serie Doctor Who, die von 1963-1989 und seit 2005 wieder bei der BBC lief/läuft. 1996 gab es einen TV-Film, der Thema des heutigen Beitrags ist. In Deutschland ist die Serie fast unbekannt und hat erst Recht nicht den Kultstatus, den sie auf der Insel genießt. Mit meiner Beitragsserie möchte ich das zumindest im Kleinen ändern. Es sollte nicht nötig sein, die anderen Beiträge zu kennen, aber ich empfehle natürlich beim ersten anzufangen und dann den Links zu folgen. Alle Beiträge auf einen Blick habe ich bei mir verlinkt.
Natürlich wird das Englisch Lernen nicht zu kurz kommen und neben einigen Hintergründen zum Film und den Unterschieden zur Serie, werden wir ein sehr vielseitiges englisches Wort kennen lernen.
Worum geht es überhaupt
Die Hauptfigur ist der namenlose Doctor, der in seiner TARDIS (Time and Relative Dimension(s) in Space) durch Raum und Zeit reist, welche wie eine blaue Polizeizelle aussieht (siehe Bild) und innen größer als außen ist. Die Serie verband Elemente aus Sci-Fi, Drama, Action und Abenteuer und war auf die ganze Familie ausgerichtet. Da Raum und Zeit fast beliebig bereist werden konnten, landen der Doktor und seine Companions auf fremden Planeten, in längst vergangenen Zeiten oder einer fernen Zukunft.
Der Doktor selber ist ein Time Lord vom Planeten Gallifrey und kann sich bis zu zwölf Mal regenerieren, d.h. einen neuen Körper bekommen. Ursprünglich hat man sich diesen Trick ausgedacht, um die Serie mit einem anderen Schauspieler fortführen zu können, doch mittlerweile ist es fester Bestandteil des Kanons. In seiner achten Inkarnation wurde der Doktor von Paul McGann gespielt. Bzw. wird, denn in der Hörbuch-Reihe ist gerade die dritte Staffel beendet worden und eine vierte wird noch dieses Jahr starten.
Von der Serie zum Film
Die Serie wurde 1989 nach 26 Staffeln beendet und lange Zeit sah es so aus, als ob die Fans keine neuen Geschichten auf dem Bildschirm erleben durften. Rettung nahte aus den USA, wo man einen Film fürs Fernsehen produzierte und 1996 in den USA und kurz danach in GB ausstrahlte. Da es sich um eine amerikanische Produktion handelte, waren Änderungen vorprogrammiert, aber zum Glück blieb der Doktor Brite, nachdem Tom Hanks, Harrison Ford und Jim Carrey die Rolle abgelehnt hatten (siehe Doctor Who Wiki).
Die Filmemacher hatten die schwierige Aufgabe, ein komplexes Thema mit langer Vorgeschichte und typisch britischen Elementen in anderthalb Stunden Unterhaltung für Amerikaner zu packen. Das Ergebnis war ein Mischmasch, der Uneingeweihte verwirrte und “Whovians” vergraulte.
Mir hat der Film während des Anschauens überhaupt nicht gefallen, weil mir die unnötig gravierenden Änderungen zu sehr aufgefallen sind. Die Amerikanisierung ist extrem und äußert sich in einer Romanze (inkl. Kuss!), wilden Verfolgungsjagden und einem Finale, das eher nach Lara Croft oder Die Mumie aussah als nach dem guten alten Doctor Who. Auch der Erzfeind The Master (gespielt von Eric Roberts) ist eher Terminator als distinguierter, englischer Gentleman.
Im Nachhinein betrachtet war es nicht so schlimm und es gab einige Details, die aus der Serie übernommen wurden, wie z.B. Jelly Babies und die Cloister Bell. Die TARDIS wurde im Laufe der Jahre öfter mal umgestaltet, doch nie wurde aus dem hellen, futuristischen Raumschiff ein mittelalterliches Schloss, wie Screenshots vom dritten, fünften und achten Doktor zeigen:

Als alleinstehender TV-Film ist The Enemy Within (inoffizieller Titel) sinnlos und qualitativ unterdurchschnittlich, hat aber als Brücke zwischen der alten Serie und der neuen, die seit 2005 läuft, seine Berechtigung. Immerhin ist der achte Doktor anerkannter Teil des Kanons. Das Problem der Kanonizität, d.h. welche Ereignisse als geschehen gelten, ist bei Doctor Who mehr als kompliziert durch die vielen Bücher und Hörspiele. Interessierte seien auf diesen Artikel von Paul Cornell verwiesen, der selber einige Romane, Hörspiele, Comics und Drehbücher geschrieben hat.
mean: ein Wort mit fieser, durchschnittlicher und geringer Bedeutung
Kommen wir endlich zum eigentlichen Thema! Das Schauen von fremdsprachigen Filmen hilft beim Lernen und ganz besonders effektiv ist es mit Untertiteln (Studie via SpOn). Auf meinem Blog stelle ich öfter Beispiele vor und für heute habe ich das Wörtchen mean ausgesucht.
Wie die lange Liste bei LEO zeigt, können diese vier Buchstaben eine ganze Menge bedeuten, als Verb z.B. bedeuten wie im folgenden Satz aus dem Eröffnungsdialog:
The Time Lord has 13 lives and the Master had used all of his. But rules had never meant much to him.
Die Vergangenheitsform von mean (gesprochen mien) ist also meant (gesprochen: männt) und damit unregelmäßig. Im nächsten Beispiel sehen wir, dass die Verwandtschaft zum deutschen meinen gerechtfertigt ist. Hier geht es um einen Streit zwischen Chef und Angestellter:
No. If you do this I’ll quit. – You don’t mean that.
Eine Stolperfalle bietet das Substantiv meaning, das nur mit Bedeutung/Sinn übersetzt wird und nicht mit Meinung (= opinion/view).
Wie schon in der Unterüberschrift angedeutet, hat das Adjektiv einige Übersetzungen und kann z.B. gemein/fies/niederträchtig, gering/unbedeutend/erbärmlich oder geizig/knauserig heißen. Die genaue Bedeutung sollte aus dem Zusammenhang klar sein.
Des Weiteren spielt mean in der Mathematik eine wichtige Rolle als Durchschnitt/arithmetisches Mittel. In dieser Bedeutung kommt es auch in Greenwich Mean Time vor, der mittleren Sonnenzeit am Nullmeridian. Da der Film in San Franscico spielt, kommt dort die (erfundene) San Francisco Mean Time vor:

Findige Leser mögen einmal versuchen, möglichst viele Bedeutungen von mean in einem Satz unterzubringen.
Ich meine, dass dieser Beitrag schon lang genug ist und wer mehr über Doctor Who erfahren möchte, der sei auf den nächsten Gastbeitrag bei Konna verwiesen, wo ich eine Einführung in die 2005er-Serie geben werde.