Professor Richard Quinn von der University of Central Florida sorgt derzeit mit einem Video einer seiner Vorlesungen für Furore, in der er seine Studenten damit konfrontierte, dass ein Drittel bei einer Prüfung geschummelt bzw. betrogen haben sollen. Bei besagtem Examen handelte es sich um Multiple Choice-Prüfungsaufgaben eines Verlages, zu denen die beschuldigten Studenten offenbar vorher Zugang gehabt hatten. Vor dem Hintergrund der Drohung eines Universitätsausschlusses sollen nun rund 200 der 600 Studenten das Vergehen bereits gestanden haben.

Allerdings wird ihm nun im Gegenzug von Teilen der Studierenden Doppelmoral vorgeworfen, da er zum einen zu Beginn des Semesters erklärt haben soll, nur eigene Prüfungsfragen zu verwenden und die Studenten zum anderen angeben, dass es sich vielmehr um gezielte Vorbereitung handelt, wenn man zur Prüfungsvorbereitung auch auf Testaufgaben von Verlagen zurückgreift.

“They’re saying that the real issue is that Prof. Quinn simply copied questions from the publisher, rather than actually recreating his own test, and noting that this seems like a massive double standard.” Quelle: Techdirt

Soviel ganz grob zum Hintergrund des heutigen Videos, auf dass ich bei Swiss-Miss gestoßen bin.

Zu Beginn des Videos erklärt Quinn, dass er diesen Job nun schon über 21 Jahre mache.

“I’ve been doing this for the last 21 plus years.”

Er verwendet hier das Present Perfect Continuous, weil es sich also um eine Tätigkeit handelt, die sich über einen Zeitraum erstreckt, der in der Vergangenheit begonnen hat und noch immer anhält.

Mehr zum Thema Present Perfect Continuous findest du hier.

Zur Anwesensheitspflicht für den Wiederholungstermin der Prüfung sagt Quinn dann zum Schluss des Videos u.a. folgendes:

“If you have to give birth, you’re going to give birth in the exam room because it’s going to have to take a signed, hand-delivered note from God for you to get out of taking this midterm exam.”

Mehr zu beiden Seiten der Geschichte kann man hier,hier und hier lesen.

Ich persönlich denke ja, dass Herr Quinn u.a. auch deshalb so verärgert ist, weil er sich nun nach über 20 Jahren wieder eigene Prüfungsfragen einfallen lassen muss. ;-) Was meint ihr?

Was heißt also: Ich warte bereits seit zwei Stunden auf dich. · Antwort anzeigen

I've been waiting for you for two hours.

Kommentare

  1. Oliver 25. November 2010 - 12:27

    Herrlich martialische Ansprache. Erinnert mich ein wenig an meinen Spieß beim Bund vor 23 Jahren: …dann vergraben Sie Ihren Helm – aber ohne ihn abzusetzen!!!”
    Und dann dieser köstliche Gottesvergleich am Ende: Hey Mr. Dylan, here’s your (All)Mighty Quinn

  2. Stefan Hock 25. November 2010 - 14:17

    Ja, so unterschiedlich können Sichtweisen sein. Ich hab schon Studenten angeschissen, die (im Praktikum) keine alten Musterlösungen dabei hatten. “Wer sich keine Musterlösungen besorgt hat, ist schlecht vorbereitet!”

  3. Markus Brendel 25. November 2010 - 17:41

    @Oli “signed, hand-delivered note from God” hat was ;-)

    @Stefan – Danke für das Feedback- Mich würde ja schon interessieren, wie das andere Lehrer, Dozenten, Professoren usw. sehen

  4. Armin 25. November 2010 - 21:17

    Ich kann mich noch an meine Statistikklausur im Grundstudium erinnern: Ungefaehr die Haelfte der Aufgaben kannten wir schon, die waren naemlich einfach nur (teilweise wortwoertlich) aus diversen Statistiklehr- und uebungsbuechern kopiert. Die andere Haelfte vermutlich auch, nur wahrscheinlich aus Buechern die entweder nicht im Bestand der Bibliothek waren oder gerade ausgeliehen waren.

    Hat sich kein Prof beschwert dass wir geschummelt haetten.

  5. projektleiterin 27. November 2010 - 05:18

    Ich glaube er spielt auf dieses Lied von Manfred Mann an:

    http://www.youtube.com/watch?v=ZLx7C-IA5Zo

  6. projektleiterin 27. November 2010 - 05:32

    Ich habe jetzt mal kurz den Artikel durchgelesen, auf den der 2. Link hinweist und na ja, ich finde jetzt auch nicht, daß man das, was die Studenten getan haben, wirklich als Schummeln bezeichnen kann.

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