‘A bigoted woman’
Der britische Premierminister Gordon Brown hat sich im derzeitigen Wahlkampf gestern einen Patzer erlaubt, der nun vor allem in Großbritannien von den Medien breitgetreten wird.
Nach dem Gespräch mit einer Wählerin im nordenglischen Rochdale nannte er diese, nachdem er in sein Auto gestiegen war, “a bigoted woman”. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt sein Mikrofon noch nicht abgestellt, so dass seine Reaktion nun öffentlich wurde.
She’s just this sort of bigoted woman who said she used to be a Labour voter
Stefan Niggemeier hat sich gestern in einem Artikel die Mühe gemacht, zu zeigen, wie das Wort “bigoted” nun in deutschen Medien übersetzt wurde.
* „bigott”, schreibt dpa.
* „eine Fanatikerin”, schreibt DAPD.
* „kleinkariert”, schreibt AFP.
* „borniert”, schreibt Reuters
* „verbohrt”, schreibt dpa später.
Quelle: Stefan Niggemeier
Spontan würde ich “bigoted” wie die dpa einfach mit bigott übersetzen, aber auch die anderen Übersetzungen sind nicht unbedingt falsch, wenn man sich einmal die Definition des Wortes im Longman Dictionary of Contemporary English anschaut:
“bigoted: having such strong opinions about a group of people that you are unwilling to listen to anyone else’s opinions.” Quelle: Longman Dictionary of Contemporary English
Entsprechend wurde z.B. in der Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens das ganze mit “eine bigotte, engstirnige Frau” übersetzt.
Das komplette Gespräch des Videos kann man hier auf Channel 4 mitlesen.
Die spätere Entschuldigung Browns in einem Radiointerview kann man sich hier anhören bzw. -sehen. Die Reaktion der Witwe Gillian Duffy, kann man sich hier ansehen.
P.S. Danke an Armin für den Tipp!





Kommentare
ich habe lange in London gelebt und gearbeitet. Die Engländer hatten doch einen Packt mit Polen geschlossen usw. usw. Wußte das lange nicht. Ich dachte immer, Deutschland hätte den Krieg mit England angefangen.
Was mich nun schon lange erstaunt ist, daß die Engländer ja generell keine Ausländer wollen, Polen genausowenig. Nun beschwerte sich doch diese Frau Duffy dass soviele Osteuropäer nach England kommen. Vor allem Polen gingen nach England, weil sie dort mehr verdienten als in Deutschland. Aber nur kurzfristig. Dann wurden sie entlassen und lebten teilweise auf der Strasse. Einige suchten reumütig Arbeit in Deutschland. Verstehen kann ich dabei alle Seiten. Was ich aber schlimm finde ist die seit Jahren zunehmende Hetze gegen Deutsche. Habe ich allerdings bei meinem mehr als 7jährigen Aufenthalt in Londen nie erlebt. Nun ja, ich sehe sehr englisch aus, habe später quasi ohne Akzent englisch gesprochen. Ich habe sehr gern in London gelebt. Dazu möchte ich noch sagen, daß ich in London besser behandelt wurde als in Deutschland. Ich bin ein sogenannter Zigeuner oder Kartoffelkäfer aus Nordmähren. Dort bin ich noch geboren. Die Hetze deutscher Politiker gegen Sudetendeutsche in den letzten Jahren ist grauenhaft und dazu die Entwicklung insbesondere der letzten Jahre. Ich bereue sehr, daß ich nicht in England oder Frankreich geblieben bin.
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