Gastbeitrag: Scottish Gaelic on Islay

Markus Brendel · 12 Januar 2010 · Kategorie: Allgemeines

In den Kommentaren zu meinem ersten Gastbeitrag über die Isle of Islay kam unter anderem die Frage nach der Aussprache der gälischen Namen auf. Um ehrlich zu sein, von dem was ich so im Laufe der Jahre einfach durch zuhören aufgeschnappt habe mal abgesehen, bin ich da auch nicht gerade so der Experte. Oder mit anderen Worten ‘I don’t have the Gaelic’, ich spreche kein Gälisch. Ob dieser Satz grammatikalisch korrekt ist und wo genau er benutzt wird bin ich mir nicht ganz sicher (hauptsächlich glaube ich in Schottland), aber Aussagen der Art ‘he/she doesn’t have the English/Gaelic/other language’ sind mir schon mehrmals untergekommen. Das bedeutet einfach nur dass jemand eine Sprache nicht spricht.

Das soll mich aber nicht davon abhalten, einen Eintrag zum Thema Gälisch, insbesondere auf Islay, zu schreiben. Vor allem wenn ich es damit verbinden kann ein bisschen Werbung für einen Beitrag in einem Filmwettbewerb zu machen und Euch vielleicht sogar dazu verleiten kann Eure Stimme für den Film abzugeben. Wo fange ich am besten mit an? Zuerst einmal, Gälisch ist nicht gleich Gälisch, denn davon gibt es drei Varianten, die Irische, die Schottische und schliesslich die Manx. Innerhalb dieser gibt es dann auch wieder Varianten, aber die sind wohl eher mit Dialekten zu vergleichen. Während Scottish Gaelic (oder auch Gàidhlig auf Gälisch) keine offizielle Amtssprache in Schottland und noch weniger dem UK ist hat es in den letzten Jahren viele Anstrengungen gegeben die Sprache zu erhalten und zu stärken. So ist z.B. die Website des Schottischen Parlaments in Gälisch verfügbar.

Islay ist ein recht wichtiger Ort für Scottish Gaelic, unter anderem gibt es nämlich auf Islay das Ionad Chaluim Chille Ìle, das Columba Centre Islay. Es arbeitet mit dem Sabhal Mòr Ostaig: auf Skye zusammen. Beide bieten verschiedene Kurse in Scottish Gaelic an, von Anfängern bis zu Fortgeschrittenen. Eine weitere Aufgabe ist die Erhaltung und Dokumentation der Gälischen Kultur, ein sehr interessantes Projekt hier ist Sancheas Ìle (Englische Version von Seanchas Ìle), wo Geschichte und Geschichten von Islay aufgeschrieben wurden. Es gibt auf Islay noch recht viele Leute die Gälisch sprechen, insbesondere die ältere Generation. Aber auch die jüngere Generation lernt es zum Teil wieder, so gibt es zum Beispiel an der Bowmore Primary School Unterricht in Gälisch schon in der Grundschule. Auch an der Islay High School werden Kurse in Gälisch angeboten. Bei den Jugendlichen scheint es allerdings gemischte Gefühle über den Sinn Gälisch zu lernen zu geben. Viele sehen keine praktische Anwendung und haben deshalb keine Motivation die Sprache zu lernen.

Sehr schön finde ich es daher dass eine Gruppe von Schülern zwei Sachen verbunden haben, das Filmemachen und Gälisch. Teilnehmer des Media Studies Kurses haben einen kurzen Film auf Gälisch gedreht und für den FilmG (Gaelic) / FilmG (English) Wettbewerb eingereicht: An Tùr (The Tower) FilmG Beitrag. Das ist natürlich ein shameless plug (Offenlegung: Ich kenne den Lehrer und ein paar der Schüler), aber wenn Euch der Film gefällt würden sich die Schüler (und ich) über Eure Stimme freuen. Die Abstimmung ist bis zum 15. Januar möglich.

Natürlich will ich Euch nicht vollkommen ohne ein bisschen Hilfe zur Gälischen Aussprache verlassen: Eine sehr interessante Website dafür ist Beag air Bheag von der BBC, wo man unter Sounds viele Hörbespiele finden kann. Solltet Ihr Twitter benutzen ist vielleicht @Gaelicsinger interessant, wo es täglich ein paar gälische Happen gibt. Ach ja, die Aussprache von ein paar der Orts- bzw Distillerienamen auf Islay: Islay hatte ich ja schon erklärt. Bei Kilchoman bleibt das c stumm, also vielleicht am ehesten wie Kilhomen aussprechen. Bei Bruichladdich ist für viele Engländer und Amerikaner das ch ein Problem, da sie dies wie ein k aussprechen. Es wird jedoch wie das Deutsche ch ausgesprochen und sollte daher für Euch ebenso wie das loch (im Sinne von See oder Meeresarm, wie das Deutsche Loch ausgesprochen) kein grosses Problem sein. Allerdings wird nur das erste ausgesprochen, ich will das mal mit Bruuchladdie beschreiben. Laphroaig ist relativ einfach, die am meisten benutzte Beschreibung ist meines Erachtens Lafroyg.

Slàinte mhath!

Armin Grewe

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Kommentare

  1. Anni 12. Januar 2010 - 12:08

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Auf die Gälisch Kurse des BBC bin ich schon vor einigen Jahren gestoßen und habe mir darüber tatsächlich ein paar Grundkenntnisse des Gälischen aneignen können. Ich empfehle mal eine Google Suche nach BBC + Blas, da kann man dann auch noch Audiokurse des Irish Gaelic finden ;-) Auch bei youtube wimmelt es von irischen Kids, die ihre Sprachkenntnisse untertitelt präsentieren.
    Und irgendwann weiß man dann auch, wie der südlich von Dublin gelegene Ort(steil) Dún Laoghaire ausgesprochen wird…

  2. Markus Brendel 12. Januar 2010 - 12:30

    Danke Armin! Also meine Gälisch-Kenntnisse begrenzen sich auch auf Slàinte mhath und die Aussprache einiger schottischer Berge ;-)

  3. FRAC 12. Januar 2010 - 21:55

    Klasse Gastbeitrag, Armin, definitiv mein Favorit für den “Besten Gastbeitrag 2010″ ;) !

    Angeregt davon habe ich mal versucht herauszufinden, ob es nicht nette Menschen gibt, die Webseiten betreiben, auf denen man sich die Aussprache von Malt Whisky Namen anhören kann. Es gibt! Whiskyfans sollten einfach mal nach “single malt whisky aussprache” suchen …

    In diesem Sinne – slàinte mhath!

  4. Tweets die Gastbeitrag: Scottish Gaelic on Islay - Englisch lernen erwähnt -- Topsy.com 14. Januar 2010 - 21:42

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von andywallis, Armin, DerEnglischBlog, DerEnglischBlog, Stefan Hock und anderen erwähnt. Stefan Hock sagte: Der Englisch Blog bietet in diesem Artikel Tipps zur Aussprache von schottischen Whisky-Destillen http://tinyurl.com/yd7nfwb [...]

  5. Armin 5. Februar 2010 - 23:14

    Genaue Details weiss ich noch nicht, aber immerhin ein kurzes Update zu dem Film:

    Bei den FilmG Awards hat es den Jurypreis fuer “Best Production” gewonnen, aber viel wichtiger fuer die von Euch die ihre Stimme fuer den Film abgegeben haben: Der Film hat den “People’s Choice Award” gewonnen! Vielen Dank fuer Eure Stimmen!

  6. Markus Brendel 5. Februar 2010 - 23:54

    @Armin: Klasse, das freut mich sehr! Da sollten wir, zumindest virtuell, darauf anstoßen… ;-)

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