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Bevor es wieder Richtung Norden nach Schottland geht bleiben wir für diesen Eintrag noch einmal im Süden Englands. Nach dem eher hektischen Magic Roundabout heute ein etwas geruhsameres Fortbewegungsmittel, das Kanalboot. Damit verbunden dann natürlich auch der Kanal:

Fangen wir mit dem Kanal an, der heisst im Englischen canal. Zumindest wenn er von Menschen für die Schiffahrt oder Bewässerung gebaut worden ist, ansonsten wird er auch schon mal als channel bezeichnet (Der Ärmelkanal heisst English Channel oder einfach The Channel, der Bristolkanal heisst Bristol Channel). Einer der bekanntesten ist der Kennet and Avon Canal, der die Thames in Reading (was nicht wie reading im Sinne von ‘lesen’ ausgesprochen wird, sondern eher wie Redding) im Osten mit Bristol im Westen verbindet. Ursprünglich für den Frachtverkehr gebaut wurde er über die Zeit erst durch die Eisenbahn und später die Autobahn ersetzt und dient heutzutage eigentlich nur noch der Erholung.

An eben jenem Kanal liegt Aldermaston Wharf wo ich wohne (Meine Wohnung ist in dem Haus das Ihr in dem Video von 0:33 min bis 0:35 min auf der rechten Seite sehen koennt). Ein wharf ist ein Anlegeplatz oder ein Kai für Schiffe, insbesondere zum Warenumschlag. In Aldermaston Wharf findet sich auch Aldermaston Lock, wobei ein lock in diesem Fall eine Schleuse ist. An jedem Ende der (lock) chamber (Schleusenkammer) befindet sich ein gate (Schleusentor). Die Tore sind so konstruiert dass sie durch den Wasserdruck zugedrückt werden, sofern auf beiden Seiten ein unterschiedlicher Wasserspiegel besteht. Durch sogenannte paddles (Schieber) in den Toren wird dann Wasser ein- bzw ausgelassen, um den Wasserspiegel in der Schleuse zu heben bzw. zu senken. Inzwischen sind sie von modernen Pumpen ersetzt worden, aber früher wurde der Wasserspiegel im Kanalsystem von pumping stations wie die Crofton Pumping Station aufrecht erhalten.

Auf dem Kanal kann man sich mit verschiedenen Booten bewegen: Kayaks oder canoes (Kajaks oder Kanus) sind beliebt, einfach nur zur Erholung oder auch für canoe races auf dem Kanal. Für längere Urlaube oder sogar zum Wohnen sind die sogenannten narrow boat (auch narrowboat) beliebt. Ursprünglich für den Frachttransport auf den engen Kanälen entwickelt wurden viele alte Boote zu Wohn- und Freizeitbooten umgebaut, gleichzeitig werden neue Boote im traditionellen Design gebaut. Diese Boote sind maximal 7 feet (2.13 m) breit, bedingt durch die Breite der Schleusen. Die maximale Länge beträgt ungefähr 72 feet (22 m), wiederum bedingt durch die Länge der Schleusen, allerdings sind die meisten Boote kürzer als dies.

Entlang des Kanals zieht sich der sogenannte towpath (Leinpfad oder Treidelpfad), ursprünglich dazu gebaut Schiffe mit Menschen- oder Tierkraft (hauptsächlich Pferdekraft) zu ziehen. Mit der Einführung von Maschinen wurde dies überflüssig, heutzutage werden die Pfade von Fussgängern, Wanderern und Radfahrern benutzt. Oder auch von Joggern, ich gehe jeden morgen entlang des Kanals laufen.

Armin Grewe

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Kommentare

  1. Markus Brendel 15. September 2009 - 10:14

    Ich würde ja mal gerne eine Woche Hausbooturlaub machen.. Stelle ich mir sehr relaxt vor.. ;-) Hast du so was schon einmal gemacht?

  2. Armin 15. September 2009 - 11:47

    Habe ich noch nicht, aber ich kenne Leute die es gemacht und sehr genossen haben. Die meisten boater die ich so ueber die Tage sehe sehen auch immer recht relaxt und locker aus.

    Das ganze ist ja recht geruhsam, die zugelassene Hoechstgeschwindigkeit ist glaube ich 4 mph oder so. Ich ueberhole die beim Joggen jedenfalls normalerweise recht locker. Das einzige was etwas anstrengend sein kann sind die Schleusen, die sind praktisch alle handbetrieben (gates, paddles etc). Aber wenn man nicht gerade die Caen Hill locks rauf- bzw runterfaehrt ist das auch nicht weiter wild.

    In der Doerfern entlang der Kanaele gibt’s auch immer wieder tolle Pubs, also was will man mehr?

  3. Captain Pugwash 15. September 2009 - 12:15

    Hab ich schon mehrmals an verschiedenen Orten in Frankreich gemacht. Ist wirklich sehr erholsam mit maximal 10 km/h dahinzutuckern und die Landschaft zu geniessen.
    Ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

  4. projektleiterin 15. September 2009 - 19:22

    Prima, jetzt wissen wir alle wo Armin wohnt und können ihn besuchen kommen. :D

    Also ich würde ja nie meine Adresse ins Internet stellen…

  5. Armin 15. September 2009 - 20:01

    Koennt Ihr machen, allerdings muesst Ihr dann fuer das Bier im Pub bezahlen :-)

    Und dank der Impressumspflichten (die im Prinzip EU weit gelten) steht die Adresse sowieso im Internet. Auch wenn ich das auf meinen Seiten mit dem Impressum an sich nicht so genau nehme.

  6. projektleiterin 15. September 2009 - 20:16

    Ich glaube das mit der Impressumspflicht ist eh etwas wischiwaschi. Als ich vor Jahren meine Webseite gemacht hatte, habe ich schön brav eine Emailadresse und eine Telefonnummer (?) und das war’s auch. Und welcher Blog hat schon ein Impressum? Außer Markus’ halt, aber Markus ist ansonsten bestimmt auch immer sehr brav. :D

  7. Markus Brendel 15. September 2009 - 21:40

    Also am besten fände ich ja eine Bootsfahrt mit anschließendem Pubbesuch! Das mit dem Bier bezahlen würden wir schon hinbekommen ;-) Wobei ich auf so einem Hausboot sicherlich auch während der Fahrt das ein oder andere “Getränk” zu mir nehmen würde ;-) Wie gesagt, ich stell mir das sehr lässig vor. Captain Pugwash kann ja noch etwas mehr davon berichten…

    @ projektleiterin Na ja, die Impressumspflicht ist vielleicht solange “wischiwaschi” bis irgendwann irgendeiner mit der Abmahnkeule schwingt.. Ist mir jetzt erst aufgefallen, dass du gar kein Impressum hast! ;-)
    Klar hab’ ich eins. Aber hier im Blog steht ja die Adresse von unserem Büro. Und klar bin immer sehr brav :-)

  8. projektleiterin 15. September 2009 - 22:17

    Spionieren macht keinen Spaß, wenn die Informationen so offen sind. :D

  9. Captain Pugwash 17. September 2009 - 07:13

    Naja, beim Bootfahren in Frankreich sind wir immer zwischen 8-12 Männer aus dem gleichen Sportclub. Da wird dann durchaus auch das eine oder andere Bier getrunken während der Fahrt.

    Es geht doch nichts über ein kühles Weizenbier in der einen Hand und das Steuer in der anderen während einem die Sonne der Camargue auf den Pelz brennt :D Ausserdem soll man ja bei großer Hitze viel trinken ;-)
    Gott sei Dank gibt es auf den Kanälen keine Alkoholkontrollen für Freizeitkapitäne (hoffe ich jedenfalls :D )
    Das einzige Problem daran ist, daß man das Bier besser aus Deutschland mitbringen sollte (zumindest in Frankreich). Da kommt bei 8-12 Männern für 7 Tage durchaus eine nicht geringe Menge Bier zusammen.

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