I don’t like Mondays

Markus Brendel · 14 September 2009 · Kategorie: Allgemeines

Als ich letzte Woche über “verstümmelte Songs im Radio schrieb”, kündigte ich an, diese Woche über einen Song zu schreiben, bei dem im Radio meistens eine ganze Strophe rausgeschnitten wird. Gemeint war “I don’t like Mondays” von den “Boomtown Rats”. Hier kürzen die Radiosender i.d.R. immer die vierte und letzte Strophe einfach raus. (Vielleicht weil sie textlich eine Wiederholung der ersten Strophe ist.)

Inspiriert wurde Geldof durch den Ausspruch der damals 16-jährigen Brenda Ann Spencer, die am 29. Januar 1979, einem Montag, aus dem Fenster ihres Schlafzimmers auf dem gegenüberliegenden Schulhof der Grover Cleveland Elementary School in San Diego den Schulleiter und den Hausmeister mit einem halbautomatischen Gewehr tötete und einen Polizisten und acht Schüler verletzte. Als Begründung für ihre Tat gab sie einem Journalisten am Telefon und der Polizei bei der Verhaftung die Antwort: „I don’t like Mondays. This livens up the day.“ Quelle: Wikipedia

Das Verb “to liven up sth” (Aussprache: [ˈlaɪvən] ) bedeutet soviel wie “etw. beleben”. Entsprechend kann man “to liven up sb” mit ” jdn aufmuntern” übersetzen.

Den ganzen Text kann man hier lesen. In voller Länge kann man den Song hier hören.

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Kommentare

  1. projektleiterin 15. September 2009 - 19:23

    Ich mochte das Lied bis ich diese Hintergrundinfo bekommen hab. Wie kann man so ein Lied über diese Bekloppte schreiben??

  2. Armin 15. September 2009 - 20:05

    Vielleicht um seine eigene Fassungslosigkeit ueber die Sinnlosigkeit der Tat und die Sinnlosigkeit der Erklaerung auszudruecken?

  3. projektleiterin 15. September 2009 - 20:09

    Das Problem ist nicht, daß die ein Lied geschrieben haben, sondern daß es wie ein lustiges Lied klingt!

  4. Markus Brendel 15. September 2009 - 20:47

    @projektleiterin: findest du wirklich, dass das Lied lustig klingt?! Finde ich überhaupt nicht. Ich finde das Lied und seinen Text ziemlich gut und denke, dass es, wie Armin es formulierte, seine eigene Fassungslosigkeit ziemlich gut zum Ausdruck bringt.

  5. projektleiterin 15. September 2009 - 21:07

    Wenn du den Text nicht so richtig verstanden hast, was ich nie so wirklich getan habe, außer Bruchstücke dann klingt das eher wie ein nettes lustiges Liedchen. Habe ich schon mal gesagt, daß ich ein ziemlich schlechtes Gehör hab? Ich versteh’ die meisten gesungenen Texte nicht.

  6. Armin 15. September 2009 - 21:15

    Das “Problem” ist doch eher dass dieser Song wie so viele andere entweder gar nicht oder falsch verstanden wird/wurde. Sei es weil man gar nicht richtig zugehoert hat/hatte, man das Hintergrundwissen nicht hat/hatte oder (bei Nichtmuttersprachlern) das Vokabular fehlt/fehlte.

    Es gibt da doch genuegend Beispiele fuer, so auf die Schnelle fallen mir ein:

    Springsteen’s Born in the USA ist ein Paradebeispiel, das ist ja nun wirklich nicht das “patriotic anthem” fuer das es viele halten.

    Ich kann mich noch daran erinnern die ganzen 16 jaehrigen in einer Deutschen Disco begeistert “Rape me” (Nirvana) kreischen zu hoeren, ich kann mich bis heute des Verdachts nicht erwehren dass bestenfalls die Haelfte von denen wussten was sie da am singen waren.

    Wuerde mich nicht wundern wenn viele bei U2′s Sunday Bloody Sunday auch nur lustig den Refrain mitsingen ohne zu wissen warum es da geht.

    Usw, usf…

  7. projektleiterin 15. September 2009 - 21:21

    Das Lied klingt trotzdem wie ein stinknormaler Popsong.

  8. Markus Brendel 15. September 2009 - 21:58

    Armin, you’re taking the words right out of my mouth… und Born in the USA ist in der Tat ein Paradebeispiel, das ich schon oft Bekannten “erklärt” habe. Da gab’s ja auch mal in den USA eine Umfrage, wovon der Text handelt. Die wenigsten wussten es.. Sunday bloody Sunday und Rape me sind auch gute Beispiele…

    @projektleiterin: Oh come on ;-) eben sagtest du, dass du das Lied mochtest bis du diese Hintergrundinfo bekamst und jetzt ist es nur ein “stinknormaler Popsong”?! ;-)

  9. projektleiterin 15. September 2009 - 22:12

    Markus, ich bin bestimmt der Alptraum deiner Nächte – ich steh auf Mainstream. :p

  10. Markus Brendel 15. September 2009 - 23:47

    @projektleiterin: #alptraum: ich hoffe doch nicht ;-)

  11. projektleiterin 16. September 2009 - 23:59

    Mir fällt jetzt gerade ein, jetzt stellt euch mal vor, da würde eine deutsche Gruppe so ein Lied über den Amokläufer von Winnenden schreiben. Wie würde das wohl klingen und wie würde es von der Öffentlichkeit aufgenommen werden?

  12. kini 17. September 2009 - 14:49

    Ein Beispiel für die Text-Kastration dudelt momentan 10 mal am Tag in jedem Radio:
    “Not fair” von Lily Allen.
    Vor ein paar Wochen lief es noch mit dem normalen Text, jetzt gibts nur noch die jugendfreie Version, in der “wet patch” und “I spent ages giving head” rausgeschnitten sind :-)

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