Last but not least

Die Formulierung „last but not least“ hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Im Deutschen hört man allerdings auch häufig die falsche Variante, bei der das „but“ weggelassen wird. Böser Fehler… 😉
Sinngemäß bedeutet „last but not least“ soviel wie „zu guter Letzt“.

Das Wort „least“ ist übrigens die Steigerung von „little“. (little: wenig – less: weniger – least: am wenigsten). Siehe Artikel von gestern.
Entsprechend bedeutet „last but not least“ wörtlich soviel wie „als letztes aber nicht am wenigsten bzw. am geringsten“. Der Gedanke dahinter ist also, dass jemand oder etwas zwar am Schluß kommt, deshalb aber nicht weniger wert ist.

10 Comments

  1. Firlefonz

    Interessant. Ich hatte das immer mit „zu guter Letzt“ übersetzt.

  2. Jyjkov

    Ja,

    William, der Alte, der konnte es auch nicht richtig:

    KING LEAR:
    To thee and thine hereditary ever
    Remain this ample third of our fair kingdom;
    No less in space, validity, and pleasure,
    Than that conferr’d on Goneril. Now, our joy,
    Although the last, not least; to whose young love
    The vines of France and milk of Burgundy
    Strive to be interess’d; what can you say to draw
    A third more opulent than your sisters? Speak.

    Böser fehler. Vielleicht sollte den mal jemand korrigieren? Ist sowieso alles ganz komisches Englisch und so komische Leute.

  3. Lang

    Gemäss Meir Shalev (Meir Shalev: Aller Anfang, S. 319) geht der Ausdruck auf die Bibel, auf Genesis 33,2 zurück: Da heisst es: 1 Jakob blickte auf und sah: Esau kam und mit ihm vierhundert Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea und Rahel und auf die beiden Mägde. 2 Die Mägde und deren Kinder stellte er vorn hin, dahinter Lea und ihre Kinder und zuletzt Rahel und Josef. Im Hebräischen steht ‚zuletzt‘ im Sinne von ‚zuliebst‘. Die liebsten Kinder stellte Jakob zuhinterst hin, damit sie am ehesten geschützt sind, wenn sich Esau aggressiv gegen Jakob und seine Familie verhalten sollte.
    Danach ist ‚last not least‘ die ursprünglichere Übersetzung als ‚last but not least‘. King Lear richtet sich offensichtlich noch nach der Bibel.

  4. Klassenarbeiten

    Super! Die Seite kann ich nur weiterempfehlen.

  5. „Last but not least“ ist ein sprachliches Kleinod. Schöner lässt sich eine Wertschätzung für jemanden, der zuletzt genannt wird, kaum ausdrücken. Schließlich muss ja irgendjemand zuletzt dran sein, dass bleibt ja gar nicht aus (rein technisch gesehen jetzt). Ansonsten haben wir in der deutschen Sprache häufig das bessere Ende für uns, worum uns nicht wenige beneiden.

    Übrigens klingt „last not least“ so verkehrt auch nicht. „Zuletzt, nicht am geringsten“ transportiert ähnliches wie „Zuletzt, aber nicht am geringsten“. Vielleicht irrte er doch nicht, der William. (Oder der, der an seiner statt geschrieben hat.)

    Anyway: Seems to be a good place here. I’ll be back once in a while.

  6. sylvain Olievier

    Wie wird das korrekt ausgesprochen?

  7. HackFin

    Ich glaube ja, da wurde sich vertan. Was ich im Deutschen öfter gehört habe ist „Last but least“. Also das Vergessen des „not“ und nicht des „but“. Und dann ist der Fehler schon leichter erkennbar.

    „Als Letztes und darüberhinaus unwichtigstes…“ oder „Am Ende und geringsten“ hört sich schon eher nach einem „bösen Fehler“, zumindest einer Bedeutungsverschiebung an.

    Und an Sylvain Olievier:
    Man spricht es: ‚Laßt batt nott ließt‘.

  8. Steuernagel

    Ihre phonetische Schreibweise ist zwar sehr eigenwillig und phantasievoll, aber dennoch recht klar – bis auf das erste Wort. Das englische „last“ wird doch meiner Meinung nach mit einem langen „A“ und keinesfalls mit einem „scharfen S“ gesprochen. Korrekt wäre demnach die phonetische Umschreibung mit „la:st“. Die Amerikaner allerdings sagen „läst“, ebenfalls mit langem „Ä“.
    Nichts für ungut – never mind!

  9. Naxxar

    „last, not least“ ist übrigens auch im Duden zu finden. Und dort finden sich hoffentlich keine bösen Fehler.