I screwed up
Markus Brendel · 7 Februar 2009 · Kategorie: Substantive, Verben, Vokabeln
Im Zusammenhang mit dem Rückzug von Tom Daschle für das Amt des US-Gesundheitsministers wegen verspäteter Steuerzahlungen hat Präsident Barack Obama die Nominierung seines Wunschkandidaten diese Woche als einen “Fehler” bezeichnet.
“I think this was a mistake. I think I screwed up.”
(Siehe CNN-Interview mit Anderson Cooper im Videobeispiel).
Die Formulierung “I screwed up” bzw. deren Übersetzung – “ich habe es vermasselt” – konnte man entsprechend in diversen Überschriften englischsprachiger bzw. deutscher Medien lesen.
Beispiel:
stern.de
chicagotribune.com
Beim Wort “screw” muss man jedoch aufpassen! Es kann einerseits u.a. mit Schraube bzw. schrauben übersetzt werden. Andererseits ist “to screw” als Verb jedoch umgangssprachlich auch ein Synonym für das allseits bekannte F-Word.




Kommentare
Es gibt auch “to get screwed” = “über’s Ohr gehauen werden”
Dieses Beharren auf der Nominierung von Daschle wirft meiner Ansicht nach kein gutes Licht auf Obama, auch wenn er sich jetzt dafür entschuldigt. Welche innerparteilichen Gründe auch immer immer ihn veranlasst haben Daschle auszuwählen, auf Rückgrat und politische Integrität läßt das ja nicht gerade schließen.
Er hat zugegeben, dass er es vermasselt hat. Wie viele Politiker sind dazu in der Lage? Hätte er jetzt versucht, wie üblich in der Politik, anderen sie Schuld zu geben, würde ich das nicht als Rückgrat und politische Integrität interpretieren. Ich halte es für wahre Grösse, direkt ohne viel Drumherum-reden einen Fehler einzugestehen.
@projektleiterin: na ja, ich finde deine Formulierung bzg. des Rückgrats und der politischen Integrität schon ein wenig harsch. Ich kann mich da eigentlich nur den Worten von Rene anschließen.
Habe mich endlich mal durch gerungen einen englischsprachigen Schriftsteller im Original zu lesen. In der Shortstory “Doing Time With Public Enemy No. 1″ von C. Bukowski taucht screw als Synonym für Gefängniswärter auf: Zitat:”…we kept complaining about the bedbugs to the screw and the screw would holler at us: Whatcha think this is? A hotel? You guys brought them things in with you!”
Ich finde es schon gut, wenn sich Leute entschuldigen, aber
das:
plus das:
überzeugt mich nicht.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,605114,00.html
Wenn man es sich zum Ziel gesetzt hat es ganz anders zu machen als die vorherige Regierung und damit unter anderem auch Wähler für sich gewinnen konnte, dann würde ich erwarten, daß es dann auch gemacht wird, sonst ist es auch nur das gleiche hohle Geschwätz, mit dem McCain sich vom Washingtoner Establishment absetzen wollte.
Aber gut, vielleicht schau ich mir noch das Video an und ändere dann meine Meinung…
Wo ist mein vorheriger Kommentar??
Wie auch immer, mir ist gerade “to get screwed over” eingefallen. Google findet sowohl “to get screwed” als auch “to get screwed over”.
Also nochmal.
Das
im Zusammenhang mit dem hier
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,605114,00.html
finde ich nicht so gut, Entschuldigung hin oder her. Ich sehe diese Entschuldigung fast schon eher als proaktives Krisenmanagement (das was der römischen Kirche ja im Moment total fehlt
) als das ernsthafte Einsehen eines Fehlers.
Wenn man es sich zum Zielt gesetzt hat alles anderes zu machen als die alte Regierung und damit auch Wähler für sich gewinnen konnte, dann ist irgendwie zu erwarten, daß man das auch macht. Ich kann mich noch an das hohle Geschwätz von McCain erinnern, der auch gegen das Washingtoner Establishment gewettert hat.
Aber gut, vielleicht schaue ich mir noch das Video an und ändere dann meine Meinung…
@projektleiterin: der kommentar ist irgendwie vom spamfilter geschluckt worden..
wahrscheinlich wegen dem Link. Jetzt ist er wieder da!
@Frank: gutes Beispiel.. kannte diese Verwendung ehrlich gesagt noch nicht. Habe ein paar Gedichtbände von Bukowski, die ich z.T. sehr gut finde. Wie war die Kurzgeschichte?
Bei Bukowski reicht es bestimmt, wenn man “screw” als Verb kennt…
@projektleiterin; Kommt bei ihm schon mal vor. Allerdings finde ich es schade, dass dies bei den meisten Leuten häufig die erste Assoziation bei Bukowski ist. Er hat nämlich durchaus viele gute Sachen geschrieben, in denen von anderen Dingen die Rede ist.
@markus
von drugs?
Die erste Assoziation ist bei mir “Notes of a dirty old man”, was mir vage als ein sehr nüchternes, offenes und abgeklärtes Buch in Erinnerung geblieben ist. Romantischer rosa Blümchensex wie bei Barbara Cartland kam bei ihm nicht vor und beschönigt hat er auch nichts, aber ich denke nicht, daß er sich nur auf solche Themen beschränkt hat.
@ Frank: Weiter so, Bukowski lesen bringt’s! Ich kann Dir hier sehr seine Poetry Bücher empfehlen. Bukowski wird leider in erster Linie mit etwas vulgärer Literatur in Verbindung gebracht, seine anderen Sachen sind meines Erachtens noch weitaus besser
Zu Deinem Word screw bei Bukowski gibt es eine schöne Herkunftsgeschichte in Bezug auf Wärter eines Gefängnisses.
Nach der großen Gefängnisreform in Schottland Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Gefangenen vornehmlich in Einzelzellen gehalten. Um sie zu beschäftigen wurde eine völlig nutzlose Maschine entworfen, das sogenannte “Crank”. Das Crank war eine Maschine mit einer Kurbel, die der Gefangene drehen musste. Der Widerstand dieser nutzlosen Maschine, die mit Sand oder Wasser gefüllt war, wurde mittels einer Schraube verändert. Drehte der Wärter die Schraube weiter rein, so wurde das Kurbeln schwerer… “If you don’t behave the warden will screw you…hence – you will get screwed”.
Diese “Screw” wurde dann sehr schnell mit dem Wärter assoziiert. Das Sprichwort “to get screwed” kommt auch daher.
Wer mal in Schottlland ist sollte unbedingt mal die Tour durch das Sterling Prison machen. Sehr unterhaltenswert – dort kann man auch ein Crank sehen.
@Projektleiterin: Ich finde Du solltest dem Mann eine Chance geben…
Oliver, ich hab den guten Mann schon gegen durchgeknallte Feministinnen und Hilary Clinton Anhängerinnen verteidigt, die allen Ernstes auf Sarah Palin umgestiegen sind, nur damit eine Frau im Weißen Haus sitzt. Er hat die Wahl gewonnen und soll seinen Job nach den Qualitätskriterien machen so wie er’s versprochen hat.
Außerdem Leute, das ist ein Politiker, was erwartet ihr eigentlich? Besser als Palin und McCain ist er sicherlich, aber einen Heiligenschein trägt er bestimmt nicht.
Gute Geschichte übrigens!
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