I’m having a ball

Armin vom Islayblog hat mich auf eine sehr ungeschickte Übersetzung auf Spiegel.de hingewiesen. Dort ist ein Video zu sehen, in dem gegen Ende auch Lewis Hamilton interviewt wird. Dort sagt der amtierende der Formel-1-Weltmeister folgendes: (im Video nach ungefähr 1:20 Minuten)

It’s just been a ball, the whole year.

Übersetzt wurde das Ganze recht unglücklich mit “Das ganze Jahr war wie ein Ballabend.”

Die Redewendung “to have a ball” hat zwar ihren Ursprung im Gala- bzw. Tanzball, sie bedeutet aber heute lediglich, dass man eine wunderbare Zeit bzw. Spaß hat. Dies war es wohl auch, was Hamilton zum Ausdruck bringen wollte, nämlich dass dieses Jahr wunderbar für ihn gelaufen ist.

Ich selbst habe die Formulierung vor Ewigkeiten von Freddie Mercury gelernt. ;-)
Im Song “Don’t stop me now” von Queen kommt diese Redewendung zusammen mit der gleichbedeutenden Formulierung “I’m having such a good time” am Beginn der zweiten Strophe vor:

Don’t stop me now. I’m having such a good time. I’m having a ball

Anhören kann man sich diesen Queen-Klassiker noch einmal hier.

Kommentare

  1. cimddwc 17. Dezember 2008 - 10:23

    Fehlt eigentlich nur noch ein Bild von Lady Godiva. ;) Zumal es in derselben Zeile auch um ein racing car geht…

  2. Markus Brendel 17. Dezember 2008 - 15:22

    oder Mr. Fahrenheit… because he’s travelling at the speed of light… ;-)

  3. cimddwc 17. Dezember 2008 - 15:33

    Nö, ‘ne nackte Lady ist mir lieber. ;)

    (Hier im Blog ist anscheinend noch Sommerzeit…)

  4. Huebi 17. Dezember 2008 - 15:46

    Interessant wäre auch die Übersetzung der Negierung gewesen: you’ve got no balls hat nichts mit Kastraten zu tun, sondern bezeichnet “lediglich” einen Feigling. Interessant was bei manchen Filmübersetzungen dabei heraus kommt.

  5. Alex 17. Dezember 2008 - 22:27

    Bei SpOn findet man ständig so was. Schade eigentlich…

  6. projektleiterin 18. Dezember 2008 - 11:50

    @Alex: Das stimmt tatsächlich. Seit ich kein Abonnement mehr für den Spiegel habe, beschränke ich mich auf die Online Ausgabe und es sind ständig so viele Fehler zu lesen, es ist ein Graus (meine eigene Rechtschreibung mag nicht perfekt sein, aber bei einer Zeitung habe ich den Anspruch makellose Beiträge zu lesen). Eigentlich sollte ich wechseln, weil es nicht nur nach Flüchtigkeitsfehlern aussieht, sondern häufig handelt es sich um Fehler, bei denen man sich an den Kopf fasst. Es gab es mal einen kurzen Artikel über Heath Ledger – http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,544453,00.html – darin konnte man “Heath’ Vater” finden. Ich konnte es mir nicht verkneifen einen bösen Kommentar zu hinterlassen.

    Na ja, alles was kostenlos ist…

  7. ecco 18. Dezember 2008 - 14:50

    mir hat ein gespräch mit einem freund vor jahren die augen geöffnet, was den spiegel angeht. ihm fiel auf, dass komischerweise immer die artikel voller fehler waren, die sein themengebiet (medizin) betrafen. genauso erging es mir bei meinen wissensgebieten. wahrscheinlich sind alle artikel voller fehler, nur merken wir es nicht, weil wir nicht überall spezialisten sein können.

    so gewappnet kann der spiegel trotzdem ganz interessant sein, man darf halt nicht alles glauben :-)

    rechtschreibtechnisch spielt der spiegel aber in der champions league im gegensatz zu diversen anderen deutschen online medien (focus, süddeutsche, etc.), wo sätze im nirvana enden, die rechtschreibprüfung gerade im urlaub weilt oder lustiges metaphern-mischen betrieben wird.

    und solange kein looser zum standart wird, bin ich schon zufrieden. *g*

  8. Armin 18. Dezember 2008 - 16:12

    Fehler werden immer irgendwie mal gemacht, ich moechte nicht behaupten dass in meinem Blog nicht auch mal etwas falsches stehen koennte.

    Was mich stoert sind die Schlampigkeiten und dass oft nicht mal ein bisschen nachgedacht wird.

    OK, das mit dem Ballabend kann man mit etwas gutem Willen durchgehen lassen, ist halt nur eine unglueckliche Uebersetzung. Nur sind die Sachen manchmal halt etwas zu schlampig und unueberlegt. Ein anderes Beispiel an das ich mich erinnern kann:

    Es ging um die letzte Fahrt der QE2 oder etwas in der Art. Im Englischen Originalartikel stand etwas wie “The QE2 sailed out of Southampton on Tuesday evening.” Da stand dann tatsaechlich im Spiegel “Die QE2 segelte aus Southampton”. Die QE2 ist aber kein Segelschiff. Jetzt ist es im Englischen so dass im grossen und ganzen jegliche Art von Schiff “to sail” kann, eine Abfahrt/Ueberfahrt einer Faehre kann z.B. auch als “afternoon sailing” bezeichnet werden. Im Deutschen segeln aber meines Erachtens nur Segelschiffe, keine Dampfer. Das ist einfach schlampiges Uebersetzen wo einfach nur Wort fuer Wort uebersetzt wird anstelle mal 5 Sekunden zu ueberlegen was die Bedeutung ist und wie man das in vernuenftigem Deutsch schreiben wuerde. Warum nicht “Die QE2 verliess am Dienstag abend Southampton fuer ihre letzte Reise”?

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